Willkommen in den Thermen von San Giovanni, heute ist

Geschichte

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DER LIMO

 

Der Limo ist ein Peloid und ensteht durch die langsame Zersetzung von Feststoffen in der Hauptsache unorganisch, in Verbindung mit   Lagunenwasser, einer offenen oder geschlossenen Lagune, eines Salz-oder Süsswassersees oder eines Flusses.

Der Meereslimo, speziell derjenige von Portoferraio, wird seit 1963, Eröffnung des hiesigen Thermalzentrums, in der Fangotherapie eingesetzt und duch die Badetherapie deren Wasser mit Extrakten von Meeresalgen und Meerespflanzen angereichert wird, ergänzt.

In Italien gibt es drei Zentren in denen die beschriebenen Peloide in ähnlicher Form vorhanden sind: Cervia, Margherita di Savoia und die Thermen von San Giovanni auf der Insel Elba. Die Zusammensetzung der Peloide unterscheidet sich in den drei Zentren, die sich alle auf dem Terrain ehemaliger Salinen befinden.

Auf dem Foto sehen Sie die Salinen von San Rocco: eine der ersten Notizen die man zu den Salinen von Portoferraio findet geht auf das Jahr 1555 zurück. Zuerst die Medici, dann die Lorena und dann die Franzosen (Napoleon persönlich erwähnt die Salinen in einem Briefwechsel mit Bertrand), gaben den Impuls die Produktion des Salzes nicht nur zu erhalten sondern auch zu erweitern. Es wurden dann  die Salinen von San Pietro eröffnet wie man auf dem Foto von 1893 sehen kann und sie befanden sich genau in der Zone in der man heute die Thermen von san Giovanni findet. Ende des 18. Jahrhunderts waren die Salinen noch in Funktion und erstreckten sich über ein Gebiet von insgesamt 34 ha.

1900 wurden die Salinen geschlossen und das Gebiet wurde von der elbanischen Minengesellschaft erworben welche ihren Sitz in Genua hatte und die später ILVA benannt wurde. Im Morgenrot des neuen Jahrhunderts, eröffnet Portoferraio die erste wichtige Industrie; im August 1902 nehmen die Hochöfen ihre Arbeit auf. Ein grosser Teil der Fusionsrückstände "loppa" genannt, wurde im Gebiet Ex-Saline San Pietro und damit dem Gebiet des heutigen Thermalbeckens  abgelagert.
Das Stabiliment wird jedoch schon mit veralteten Technologien geboren und produziert minderwertiges Material. Es bleibt nur aufgrund   des Bedarfes an Rohstoffen für die Rüstungindustrie und  der Anforderungen der italienischen Kolonialpolitik bestehen.
1948 werden die Hochöfen geschlossen.

Die Salinen San Rocco

Die Salinen  San Pietro

Die Hochöfen in Portoferraio

Das Gebiet der ehemaligen Salinen wurde nun in den 50er Jahren als Weide für erholungsbedürftige Rennpferde  genutzt. Ein spitzfinder Mann dieser Zeit kaufte die von der Saison im Hyppodrom San Rossore erschöpften Rassepferde auf , liess sie in den ehemaligen Salinen weiden, wo sie sich "wunderbarerweise" wieder erholten und verkaufte sie dann and die Herrschaften vor Ort. Tatsächlich kamen die Tiere mit geschwollenen und schmerzenden Gelenken an. In den ehemaligen Salzbecken tauchten   ihre Beine in den schlammigen Untergrund ein und ihr Zustand verbesserte sich zusehends. Auch die Bauern dieser Zeit, deren Hände durch die harte Feldarbeit geschunden waren, hatten die Gewohnheit ihre Hände in den Schlamm zu tauchen und erfuhren sichtliche Besserung.

Diese Beobachtungen erweckten die Neugier einiger elbanischer Ärzte welche Anlass zu bis heute andauernden Studien und Analysen  in den Bereichen   Hydrologie, Mikrobiologie, Mineralogie und klinischen Untersuchungen  gaben,   welche  zu einer besseren Kenntnis der  Anwendungsmöglichkeiten   der Peloide in der Thermaltherapie führten.

Der Herkunftsort ist der Grund für die Differenz zwischen den drei verschiedenen Arten von Limo.

Normalerweise sind die Salinenbecken so konstruirt, dass durch die Flut eingetrömtes Meerwasser durch Verschluss der Schleusen nicht mehr aus den Salzbecken ausfliessen kann, wo das Wasser verdampft und Salz zurückbleibt. 

Dadurch wird die Konzentration des Salzes in den Becken kontinuierlich erhöht, bis das Niveau des Salzes den Beckenrand erreicht.

Der hohe Salzgehalt gibt nur ganz wenigen Lebensformen die Möglichkeit sich in den Salzbecken und den Kanälen zu entwickeln.

In San Giovanni hingegen hat das Becken Zugang zum Meer und die Flora und Fauna die sich entwickelt hat ist artenreich und typisch für das offene Meer; aus diesem Grund kann man hier von echtem Limo sprechen, während die anderen zwei Arten sich in einem geschlossenen System entwickeln eher Liman genannt werden müssten (aus dem Russischen: "liman" bedeutet geschlossene Lagune).

Im Thermalbecken, welches sich über ca. 5 ha erstreckt, findet sich ein Biosystem von Meerestieren, Meerespflanzen und Meeresalgen welche die organischen Komponenten des Limo darstellen. Durch die Ablagerungen der Eisenrückstände findet sich ausserdem ein hoher Gehalt an Eisen (5%)  und biologischem Schwefelsulfat im Limo.
 

Nach der chemisch-physiologischen Zusammensetzung des Limo richtet sich seine Anwendungsart und seine therapeutische Wirkung sowie seine Thermoenergie. Aufgrund des hohen Eisengehaltes ist die des Limo von San Giovanni die höchste.

Der hohe Gehalt an Eisen, Jod, organischen Substanzen und Schwefelsulfat, erweitert die Anwendungsmöglichkeiten. Dieser Limo eignet sich nicht nur zur Behandlung von athritischen und rheumatischen Erkrankungen, sondern zeigt auch grosse Erfolge bei verschiedenen Hauterkrankungen wie. z.B. Schuppenflechte, Exzeme und verschiedene Formen der Akne.

Auszüge aus einem Referat von Frau Dr. T. Balestrini
Freie Übersetzung A. Knauer

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